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Seit je her war das Vorhandensein von Infrastrukturen ein/der entscheidende( r ) Faktor für die Existenz einer Gesellschaftsform (siehe Abbildung 1.1). Je nach Gesellschaftsform sind diese Infrastrukturen völlig unterschiedlich. Während die Agrargesellschaft durch Ackerland, Vieh und menschliche Arbeitskraft maßgeblich geprägt war, standen bei der Produktionsgesellschaft Maschinen, Rohstoffe, Energie und Verkehrswege im Mittelpunkt.
Die Infrastrukturen der „Postindustriellen Gesellschaft“ hingegen sind vor allem geprägt durch den Bedarf an hard- und softwaretechnischen Einrichtungen, Telekommunikationsnetzen und – systemen (fest und mobil) sowie an darauf aufsetzenden Diensten wie z.B. das Internet. Unter Einbezug dieser Anforderungen spricht man deshalb auch von der Informations- oder Telekommunikationsgesellschaft. Bild 1.2 zeigt eindringlich die wachsende Bedeutung der Informations- und Telekommunikationstechnologien am Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik Deutschland.
Allerdings wäre es ein Fehler, durch den (sich evolutionär vollziehenden) Wandel der Gesellschaftsformen, den Bedarf an Infrastrukturen der "Vorgängergesellschaft" zu vernachlässigen. Dies gilt in besonderem Maße gerade für den Übergang von der Industrie- auf die Dienstleistungsgesellschaft.
Vielmehr muss man von der Koexistenz auch früherer Infrastrukturen ausgehen, oder in anderen Worten ausgedrückt: Der Infrastrukturbedarf der Industriegesellschaft hat sich seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts um die Elemente Computersysteme und Telekommunikation auf Basis analoger Technik erweitert. Mit dem zunehmenden Einsatz digitaler Technik (ab ca. 1960) wurde mehr oder weniger der Beginn der Informationsgesellschaft eingeläutet.
Wie die nachfolgende Auflistung von Standortkriterien für Industrieunternehmen belegt, waren ländliche Regionen schon immer benachteiligt, da sie, gemessen an dieser Anforderungsliste, gravierende Defizite aufwiesen
Wichtige Kriterien für Industrieansiedlung waren und sind:
Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass die Defizite gegenüber Ballungsräumen nicht oder nur mit großem Aufwand ausgleichbar gewesen wären, so dass meist gravierende Nachteile gegenüber urbanen Regionen entstanden.
Die Konsequenz war, dass ländliche Regionen eine z.T. deutlich geringere Wirtschaftskraft hatten oder, anders ausgedrückt, einen anteilig geringeren Beitrag zum Bruttosozialprodukt leisten konnten.
Die entstehende Dienstleistungs-/Informationsgesellschaft hingegen hat neben dem Bedarf an physikalischen Komponenten und Produkten wie Rohstoffen und Verkehrwegen, auch einen Bedarf an „Digitalen Produkten“, welche als die sie tragenden Infrastrukturen, die bereits erwähnten Computersysteme, Telekommunikationstechnik sowie Telekommunikationsnetze und –dienste benötigen.
Die nachfolgenden Abbildungen 1.3,1.4, 1.5 und 1.6 belegen eindeutig, welche Bedeutung diesen Digitalen Produkten bereits gegenwärtig, vor allem aber zukünftig, beizumessen ist. Sie zeigen aber auch, dass Deutschland im Vergleich mit anderen hochtechnologiesierten Ländern durchaus noch Nachholbedarf hat. Dieser Nachholbedarf gilt in besonderem Maße für ländliche und industrieschwache Regionen.
Die Einrichtung dieser „Digitalen Infrastrukturen“ ist, verglichen mit dem Aufwand für Infrastrukturen wie Schiene, Autobahn etc.,deutlich günstiger. Vor allem das weltweit auf Basis einheitlicher Standards funktionierende Internet verursacht vergleichsweise geringen Investitionsaufwand.
Dadurch entsteht zum ersten Mal die Chance, auch ländlichen Regionen den Zugang zu weltweiten Ressourcen und Märkten zu verschaffen und damit das Defizit gegenüber urbanen Regionen zu mindern oder gar auszugleichen.
Es muss Ziel jeder Politik und Regierungsverantwortung sein, den Prozess zum Ausgleich der bisherig existierenden Defizite zu fördern.
Allein ein Blick auf den Verfügbarkeitsstatus schneller Internetzugänge in ländlichen Bereichen Baden-Württembergs zeigt, dass wir von diesem Ziel derzeit noch ein gutes Stück entfernt sind. Neben dem Bemühen diese Infrastrukturen schnellstmöglich zu schaffen, muss in der Übergangszeit darüber nachgedacht werden, welche Alternativen verfügbar sind.
Die weiteren Inhalte dieses Informationsportals konzentrieren sich deshalb auf die Darstellung und Erörterung der möglichen Alternativen für das „Schnelle Internet“. Die Betrachtungen erfolgen anhand relevanter Kriterien.