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Da die Verbreitung von HSDPA und HSUPA noch sehr gering ist, beziehen sich die nachfolgenden Anwendungsszenarien vorrangig auf UMTS. Zu erwähnen ist aber, dass derartige Szenarien gerade durch HSDPA und HSUPA erst in vollem Umfang realistisch werden.
Derzeit dominieren UMTS-Anwendungen aus dem Bereich des Entertainment wie Musikvideos, Spielfilme oder auch Fernsehberichte über Fußballspiele. Wer über ein modernes UMTS-Handy oder einen UMTS-fähigen Computer mit eingebauter Kamera verfügt, kann theoretisch sogar Videokonferenzen führen. Ebenfalls denkbar und technisch möglich ist es, per Knopfdruck Kontakt zu einer Webcam aufzunehmen. Auch Unterhaltungsspiele könnten sich als typische UMTS-Anwendung erweisen. Die Erfahrung lehrt uns: Spiele waren schon immer eine Triebfeder für die Verbreitung eines Dienstes.
An der Qualität des Telefonierens ändert sich wenig, aber mit UMTS wird der Zugang zum Internet doch spürbar schneller als bei WAP und auch als bei ISDN. Dank höherer Übertragungskapazitäten lassen sich sogar Arbeitsprozesse effizienter organisieren. Angebote und Dienstleistungen stehen schneller und in verbesserter Qualität zur Verfügung. Sie können mit Hilfe mobiler Systeme noch individueller auf den Kunden zugeschnitten werden. Wirtschaftliches Potenzial ensteht auch für den M-Commerce, also den mobilen "Einkauf" von Waren, Information, Entertainment und Dienstleistungen. Beispiele sind kostenpflichtige Services wie Börsennachrichten, Auskunfts- und Wetterdienste, Event-Booking oder das Herunterladen von Musik und Videos.
Neben überregional (überall) verfügbaren Services wird es zukünftig auch regional orientierte, also Ortsbezogene Informationsdienste, so genannte Location Based Services (LBS) geben. Sie bieten dem Mobilfunknutzer auf seinen jeweiligen Standort bezogene Informationen wie z.B. lokale Infodienste, Stadt- und Bus-Fahrpläne sowie Freizeit- und Veranstaltungstipps. Wer auf Reisen ist, kann u.a. nahe gelegene Hotels und Restaurants abfragen oder auch in Erfahrung bringen, wo der nächste Bankautomat steht. Im Notfall leisten Location Based Services zudem durch die Ortungsmöglichkeit wichtige Hilfe z.B. hinsichtlich der medizinischen Versorgung. Dadurch liefert der Mobilfunk gerade auch für das Gesundheitswesen wichtige Impulse. Der Hauptnutzen von mobilen telemedizinischen Anwendungen liegt in einem verbesserten Informationsaustausch zwischen Arztpraxen, Kliniken, Rehabilitations- zentren und Patienten. Potenzielle Herzinfarkt-Patienten etwa können heute mit Hilfe einer EKG-Moni- toring-Card, die um den Hals getragen wird, die Herzströme aufzeichnen. Die Daten werden dann per Knopfdruck oder gar automatisch verschickt und an ein medizinisches Service-Center weitergeleitet, wo sie der behandelnde Arzt jederzeit abrufen und einsehen kann. Im Notfall kann sogar ein Rettungsteam automatisch an die Notfallstelle geleitet werden.
Weitere denkbare Anwendungsfelder sind:
Zwecks Unterstützung der mobilen Nutzung des Internets entwickelt sich eine Unternehmenslandschaft, die entsprechende Dienstleistungen entwickelt und zur Verfügung stellt.
Als Beispiel für einen derartigen Dienstleister möge die Firma WebToGo dienen, deren Dienstleistungspotenzial nachfolgend aufgeführt ist:
Mit der Software "Mobiles Internet für Notebooks" kann der Anwender überall wo ein GSM- oder UMTS-Netz erreichbar ist, schnell und zuverlässig eine Internet-Verbindung über sein Handy oder Modem aufbauen. Durch das integrierte Bluetooth Paring werden verfügbare Telefone automatisch mit dem Notebook verbunden. Ein Optimierungs- server senkt das Volumen der Übertragungsdaten um bis zu 80 Prozent, was zu einer deutlichen Reduzierung der Verbindungskosten führt. So kostet das Herunterladen einer Webseite mit 100 Kilobyte zukünftig nur noch wenige Cent.
Der Server liefert außerdem eine Lösung, mit der sich teure und zeitaufwändige Downloads von Word- und PDF-Dokumenten vermeiden lassen. Die entsprechenden Dateien werden dynamisch in HTML umformatiert und im Browserfenster dargestellt. Die Umwandlung erfolgt automatisch und erfordert keinerlei Eingaben durch den Nutzer, ermöglicht diesem aber, das Dokument Seite für Seite anzusehen. Lange Wartezeiten gehören damit der Vergangenheit an. Selbst beim Herunterladen umfangreicher Dokumente mit langer Ladezeit, ist sichergestellt, dass die Verbindung nicht abbricht.
Die erste Seite eines Dokuments steht dem User sofort zur Verfügung.
Ein durchschnittliches Dokument wird vom Server auf 20 Prozent des ursprünglichen Datenvolumens komprimiert. Auf diese Weise verbesseren sich die Download-Geschwindigkeit und somit auch das Kosten-/Nutzenverhältnis erheblich.
Die Software ist kompatibel zu mehr als 80 Mobiltelefonen und Modems und über 160 Netzen weltweit, was auch eine Nutzung im Ausland ermöglicht.