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Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum
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Rundfunk und Fernsehen werden im Zuge technischer Weiterentwicklungen zunehmend digital an den Endverbraucher übertragen. Da für die Übertragung digitaler Signale weitaus weniger Bandbreite notwendig ist wie es für analoge Signale der Fall ist, werden zukünftig bisher benötigte Frequenzen im Bereich von 790 bis 862 MHz frei. Diese können somit für anderweitige Zwecke, wie bspw. Breitbandinternet im ländlichen Raum genutzt werden. Diesem, unter dem Stichwort „Digitale Dividende“ bekannten Sachverhalt, wurde Anfang März 2009 in der Breitbandstrategie der Bundesregierung Rechnung getragen, indem zumindest ein Teil der freigewordenen Frequenzen zur Breitbandversorgung – vor allem im Ländlichen Raum - genutzt werden kann.
Zu beachten ist hierbei allerdings, dass die Nutzung der Frequenzen seitens der Regulierer einer klaren Prioritätsordnung unterliegen:
Kommunen mit weniger als 5000 Einwohner oder Gemeinden, die von den Bundesländern als bedürftig angesehen werden, werden bevorzugt. Ist das Ziel einer 80 prozentigen Versorgung von Haushalten mit 1 MBit/s erreicht, können die Frequenzen dann auch in Gebieten verwendet werden, die dichter besiedelt sind. So folgen mit Priorität 2 diejenigen Regionen, die grundsätzlich als unterversorgt angesehen werden und zwischen 5000 und 20.000 Einwohner haben.
Ziel der Bundesregierung ist es, bis Ende 2010 jeden Haushalt in Deutschland mit mindestens 1 MBit/s zu versorgen. Weitere vier Jahre später, also im Jahr 2014, sollen dann 75% aller Haushalte gegenwärtige und zukünftige Internetdienste und – anwendungen mit bis zu 50 MBit/s nutzen können.
Damit würde sich zukünftig zwangsläufig auch die Breitbandversorgung in Baden-Württemberg verbessern, so dass sich die Zahl der Haushalte mit Breitbandanschluß, die Ende 2008 bei knapp 60 % lag, erhöhen wird.
Auch wenn durch die Digitale Dividende deutliche Verbesserungen für bisher unterversorgte Gemeinden entstehen, bleibt festzuhalten, dass eine Breitbandversorgung über Funklösungen gegenüber kabelgebundenen Lösungen langfristig hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit immer das Nachsehen haben wird. Dennoch können mit der anvisierten Geschwindigkeit von 50 MBit/s viele breitbandlastige Dienste wie bspw. Triple-Play-Anwendungen genutzt werden, so dass die geplante Entwicklung nicht nur privaten Haushalten, sondern auch Unternehmen entgegen kommt, für die ein breitbandiger Zugang mittlerweile eine existenzielle Grundvoraussetzung für den Umgang mit Kunden und Partnern darstellt.
Erste Pilotprojekte mit den freiwerdenden Frequenzen wurden bereits Ende 2008 gestartet. Hierfür beispielhaft zu nennen ist das Projekt in Wittstock / Dose (Brandenburg). Wittstock ist Deutschlands flächenmäßig viertgrößte Stadt mit ca. 9200 Haushalten und rund 16.000 Einwohnern. Ziel dieses Vorhabens ist es, den Nutzen des Rundfunkspektrums für Breitband-Internet in der Praxis zu testen. Außerdem sollen die Einflüsse der DVB-T-Nutzung im selben Frequenzbereich untersucht und analysiert werden.
Die Fakten des Projektes stellen sich wie folgt dar:
Die bisher dokumentierte Erfahrungen (Stand Juli 2009) zeigen eine weitestgehend stabile Technologieumgebung, die anfänglich in benachbarten DVB-T-Kanälen oder TV-Sendern auf gleichen Frequenzen begründet lagen. Nachteilige Auswirkungen auf andere Systeme wurden nicht beobachtet. Beteiligte Partner sind neben der Medienanstalt Berlin-Brandenburg unter anderem auch T-Mobile und die Unternehmensberatung ITCcon.
Mittlerweile wurde auch in Baden-Württemberg ein entsprechendes Pilotprojekt in Bopfingen-Baldern im Ostalbkreis initiiert.
Über den jeweils aktuellen Status dieses Projekts werden wir Sie in den Rubriken "Best Practice/Pilotprojekte" bzw. "Aktuelles" in diesem Portals auf dem Laufenden halten.